Wozu unterrichten wir Geographie? Was vermitteln wir im Geographieunterricht? Und wen unterrichten wir eigentlich?
Mit diesen Fragen möchten wir Sie in die Geographiedidaktik einführen und zunächst gemeinsam Ihre Vorstellungen über das Schulfach Erdkunde diskutieren. Davon ausgehend sowie geleitet von theoretischen Grundlagen der Geographiedidaktik erschließen wir uns den Bildungsauf- und beitrag des Unterrichtsfaches. Damit Sie in Ihrer zukünftigen Lehrpraxis in der Lage sind, guten Unterricht zu konzipieren, widmen wir uns anschließend folgenden Fragen:
- Was sind „lohnende“ Inhalte im und für den Geographieunterricht?
- Wie können wir Schüler:innen für jene Themen motivieren, ihnen diese zugänglich machen und ihren Lernprozess positiv unterstützen?
- Wie motivieren wir uns dabei selbst?
Die Inhalte der einzelnen Sitzungen erschließen wir uns zunächst theoretisch und Sie setzen diese durch Übungsaufgaben in die Praxis um. Das Übungstutorium schließen wir mit einer Diskussion über die zukünftigen Anforderungen an den Geographieunterricht ab.
„Lohnende Themen“ und „gute Aufgaben“ im Geographieunterricht – Was leisten kompetenzorientierte Aufgaben in einem standardbasierten Geographieunterricht?
Gute Aufgaben gab es schon immer, auch ohne Standards. Doch erst die Bildungsstandards schaffen einen Orientierungsrahmen, mit dem kompetenzorientierte Aufgaben gezielt entwickelt, eingeordnet und zur Förderung von Lernprozessen bei Schüler:innen eingesetzt werden können. Fangen wir jedoch von vorne an und erarbeiten gemeinsam:
- Was macht eine Aufgabe zur einer „guten“ Aufgabe?
- Was sind „Kompetenzen“ und wie lassen sich kompetenzorientierte Aufgaben entwickeln?
- Was ist die „Neue“ Aufgabenkultur und wo lassen sich verbesserte Aufgaben im Unterricht einbetten bzw. didaktisch verorten?
Neben dem didaktischen Schwerpunkt von Aufgaben steht auf inhaltlicher Ebene der Klimawandel im Zentrum des Seminars. Aus didaktischer und erziehungswissenschaftlicher Perspektive herausfordernd sind die inhaltliche Komplexität und ethische Kompliziertheit des Themenkomplexes, die (Zukunfts-)Ängste der Lernenden sowie die Schwierigkeit die Handlungsresignation in eine demokratische Partizipationsfähigkeit umzuwandeln. Eine sorgfältige, sensible und bedachte Lernprozesssteuerung mit Hilfe „guter Aufgaben“ kann bereits einige Herausforderungen schmälern.
Aufbauend auf den Inhalten des Übungstutoriums zur Geographiedidaktik I konzipieren Sie zum Abschluss des Moduls 4 ein „lohnendes“ Thema innerhalb eines selbstgewählten Lernfelds des Lehrplans und konzipieren dazu eine kompetenzorientierte Lernaufgabe für eine Unterrichtsstunde.
Ausgewählte Themen vergangener Seminararbeiten von Studierenden:
- „Klimaschutz – Warum wir eine (intakte) „Natur“ brauchen“
- „Klimawandel als Fluchtursache am Beispiel von Tuvalu“
- „Hochwasser und KI-Technologie anhand von Venedig und Hamburg“
Welche Methoden gibt es? Wie entwickelt sich eine Methodenkompetenz? Und über welche Medien lassen sich welche Inhalte besonders gut transportieren?
Nachdem Sie in M4 Erkenntnisse zur Lernprozesssteuerung durch kompetenzorientierte Lernaufgaben erwarben, richten wir den Fokus nun auf methodische und mediendidaktische Fragen bei der Gestaltung von Lernumgebungen. Dazu erarbeiten wir uns ein breites Spektrum an (Lern)Methoden, damit Ihnen stets die Passung von Inhalt und Methode gelingt – es geht nie nur um entweder Methode oder Inhalt. Gleichzeitig analysieren wir die lerntheoretische Rolle von Medien im Lernprozess.
Übergeordnet widmen wir uns den folgenden Fragen:
- Welchen Stellenwert besitzt ein Methodencurriculum?
- Gibt es eine sinnvolle Methodenprogression?
- Wie gelingt ein adressatengemäßer Methodeneinsatz?
- Wie können Kompetenzen im Umgang mit einem bestimmten Medium gefördert werden?
Abschließend werden wir gemeinsam die Vielzahl an methodischen und mediendidaktischen Entscheidungen, die es bei der Unterrichtsplanung zu treffen gilt, strukturieren und ordnen, sodass Sie ein Analyse- und Planungsraster für ihre zukünftige Unterrichtsgestaltung entwickeln können.
Wie wird eine Unterrichtsreihe aufgebaut? Welche didaktischen und inhaltlichen Entscheidungen sind zu treffen? Wie wird die Planung mit rahmenrechtlichen Vorgaben und fachwissenschaftlichen Perspektiven vereinbart?
Zum Abschluss Ihrer Grundausbildung zur Konzeption „guten“ Geographieunterrichts bauen Sie in diesem Seminar Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Planung von Unterrichtsstunden aus, indem sie methodische und mediendidaktische Entscheidungen bewusster treffen. Ihre erworbenen Kenntnisse führen Sie zudem zusammen bei der schrittweisen Planung einer Unterrichtsreihe.
Thematisch beschäftigen wir uns aus postkolonialer Perspektive mit dem Lernfeld 8 „Disparitäre Entwicklungen“ des Lehrplans für die Sekundarstufe II. Nach einer inhaltlichen Annäherung und kritischen Diskussion der Aufbereitung dieses Lernfeldes in ausgewählten Schulbüchern, werden Sie aktiv und planen in Kleingruppen eine eigene Unterrichtsreihe. Innerhalb dieser Unterrichtsreihe konzipiert jedes Gruppenmitglied eine methodische und mediendidaktische fundierte Unterrichtsstunde.
Ausgewählte Themen vergangener Seminararbeiten von Studierenden:
- „Boliviens Philosophie vom guten Leben“
- „Die neoliberale Perspektive: Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung durch privatwirtschaftliches Engagement im Zeichen ökonomischer Globalisierungsprozesse“
- „Ein Blick über den Tellerand – Der Einfluss des Eurozentrismus auf unsere Wahrnehmung des sog. Globalen Südens“
In dieser Vorlesung gehen wir einen Schritt über das Standardrepertoire des Geographieunterrichts hinaus und widmen uns praxisnahen Einblicken der speziellen Geographiedidaktik sowie aktuellen geographiedidaktischen Forschungsprojekten. Trotz ihrer hohen Relevanz in der Schule werden sie oftmals nur unzureichend mit Unterrichtsmaterial abgedeckt.
Einige zentrale Inhalte der Vorlesung:
Während der Vorlesung wechseln sich theoretische Einheiten mit praxisorientierten Diskussions- und Übungsphasen ab. Diese Methodenkombination hilft Ihnen, das Gelernte direkt auf Unterrichtssituationen zu übertragen und Ihre didaktischen Fertigkeiten für die Konzeption von Unterricht und Lernarrangements zu erproben.
Nachdem Sie in M4 und M6 das „Handwerkszeug“ für die Gestaltung guten Geographieunterrichts erworben haben, erschließen wir in diesem Seminar – wie bereits in der Vorlesung – Themen der Speziellen Geographiedidaktik zunächst auf theoretischer Ebene. Im nächsten Schritt setzen Sie diese in Unterrichtsreihenplanungen und Unterrichtsstundenkonzeptionen um, die wir gemeinsam diskutieren.
Ausgewählte Themen der aktuellen und vergangen Seminare: